Balkan-Route - Neue Flüchtlingswelle droht

Wer Menschen vor dem Ertrinken retten will, muss Route schließen

 

Die Balkanroute wird löchrig. Der Zuzug von Menschen aus Afrika, Syrien und dem Irak wächst, auch weil die Balkan-Route wieder attraktiver wird. Deutschland bleibt weiterhin Hauptziel. Das geht aus aktuellen Zahlen des Bundesamts für Migration und der Bundespolizei hervor. Zwar gilt der Fluchtweg offiziell als geschlossen, die Realität sieht aber anders aus. Rund 80.000 Menschen sind auf dem Weg zwischen dem Bosporus und Spielfeld unterwegs.

 

Das Bundeskriminalamt warnt: „Wenn ein Balkanstaat die Kontrolle verliert und seine Grenzen öffnet, dann stehen wir vor einem riesigen Problem.“ In den ersten fünf Monaten kamen mehr als 8.800 Asylsuchende nach Bosnien, 50 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2018. Insgesamt flüchteten seit vergangenem Jahr laut UNHCR fast 33.000 Menschen in das Land.

 

Nur ein Bruchteil davon – 1.764 Menschen – stellte in Bosnien & Herzegowina einen Antrag auf Asyl. Für fast alle ist das Land nur Durchgangsstation. Im Schnitt liegen die Zahlen bei derzeit 500 Asylsuchende pro Tag. Seit Januar sind 56.000 Asylbewerber neu registriert worden. Der Großteil kommt aus Syrien, Afghanistan, Somalia sowie weiteren afrikanischen Ländern. Zwei Drittel reisen über die Balkan-Route über die Türkei nach Bulgarien ein. Hauptziel ist Deutschland. Offenbar haben die Schlepperbanden jetzt wieder die Balkan-Route für ihr schmutziges Geschäft entdeckt.

 

Die Landgrenze zwischen der Türkei und Bulgarien sei „die neue Lieblingsroute“ für Flüchtlinge aus Ostafrika, hieß es in Behördenkreisen. Aktuell gab es 7.200 Aufgriffe:  Die Leute wollen über die grüne Grenze nach Kroatien und damit in die EU. „Wir haben in diesem Jahr 7.200 Migranten an der Grenze aufgegriffen“, sagte der Grenzpolizist Gilio Toic-Sintic im ORF. 90 Prozent von ihnen seien junge Männer im Alter zwischen 20 bis 25 Jahren. Der österreichische Ex-Kanzler Sebastian Kurz lehnt es ab, aus dem Mittelmeer Gerettete nach Europa zu bringen. „Sie wecken damit nur falsche Hoffnungen und locken damit womöglich unabsichtlich noch mehr Menschen in Gefahr“, sagte Kurz.

 

„Solange die Rettung im Mittelmeer mit dem Ticket nach Mitteleuropa verbunden ist, machen sich immer mehr Menschen auf den Weg“, betonte Kurz. Auf dem Höhepunkt der Merkel´schen Massen-Invasion aus dem Orient und Afrika kamen 2015 täglich tausende Asylsuchende von der Türkei über den Seeweg nach Griechenland und zogen dann weiter nach Deutschland. Mit den Grenzschließungen auf dem Balkan und dem Türkei-EU-Abkommen, das Asylsuchende von der gefährlichen Flucht über die Ägäis abhalten soll, konnten die Zahlen reduziert werden. Seither galt die Balkan-Route eigentlich als geschlossen.

 

Nach Informationen der Europäischen Union waren vom 1. Januar 2019 bis zum 19. Juni 2019 insgesamt 3.309 Ankünfte von Flüchtlingen und Migranten in Malta und Italien über die zentrale Mittelmeerroute zu verzeichnen. Vom 1. Januar 2019 bis zum 13. Juni 2019 sei es nach Informationen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) auf der zentralen Mittelmeerroute zu 343 Todesfällen bei insgesamt 5.488 Abfahrtsversuchen gekommen.

 

Bei der Rettung von Menschen, die Seenot durch das Benutzen von seeuntüchtigen und von Anfang an nicht für die Überfahrt geeigneten Booten gezielt herbeiführen oder zumindest in Kauf nehmen, handelt es sich sicher nicht um die klassische Seenot im Sinne des Seerechts, sondern im Grunde um Einreise-Erpressung in die EU, indem man sich darauf verlassen kann, dass kein zivilisierter Mitteleuropäer einen anderen Menschen absichtlich ertrinken lässt.

 

Leute wie Kapitänin Rackete sind nicht Seenotretter, sondern der verlängerte Arm der kriminellen Schlepper, weil sie den Asylsuchenden die falsche Hoffnung vermitteln, letztlich in Sicherheit gebracht zu werden. Um das entsetzliche Ertrinken im Mittelmeer zu vermeiden, muss die Mittelmeerroute vollständig abgeriegelt werden. Das ist die einzige verlässliche praktische Möglichkeit, um zu verhindern, dass Menschen sich in lebensgefährliche Risiken begeben und den Tod finden. Dabei müsste die Bundesregierung endlich handeln und zeitnah mit Österreich und Italien Strategien entwickeln, um dem furchtbaren Sterben auf dem Mittelmeer und damit auch der illegalen Zuwanderung ein schnelles Ende zu bereiten.

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