Gefahr in Nahost - Wird Rhodos bald türkisch?

Erdogan will neues Osmanisches Großreich bis nach Griechenland

 

Falls irgendjemand Zweifel haben sollte, was der Despot Erdogan im Nahen Osten im Schilde führt, der muss wissen, was Erdogans Verteidigungsminister Huluski Akar dieser Tage gepostet hat: Eine Karte der Türkei mit völligen neuen Grenzverläufen. Die Türkei habe zwar „niemandem im Auge“, so Akar, man werde nur zurückbekommen, „was uns gehört“. Schaut man sich Akars Karte genauer an, dann gehört ganz Zypern zur Türkei, ebenso die Inseln der Dodekanes wie unter anderem Rhodos.

 

Auch auf dem europäischen Festland verzeichnet die Türkei plötzlich erhebliche Landzuwächse in Griechenland und Bulgarien. Das bei Touristen beliebte bulgarische Varna will Akar der Türkei einverleiben. Im Osten werden Landstriche von Georgien, Armenien, dem Irak und selbstverständlich Syrien eingemeindet. Erbil, Mossul und Kirkuk gehören auf der Karte des türkischen Verteidigungsministers ebenfalls zur Türkei. Allerdings zählen alle drei Städte zum Territorium des Irak. Auch Aleppo wird so eingetürkt und die türkische Grenze dabei etwa 70 Kilometer nach Süden tief auf syrisches Staatsgebiet verschoben.

 

Akar – His Masters Voice – lässt erahnen, was der Region bevorsteht, wenn Erdogans Großreich-Träume verwirklicht werden sollen, die betreffenden Länder werden die von der Türkei beanspruchten Landstriche sicher nicht freiwillig herausrücken. Solche oder ähnliche Grenzverlegungspläne und Gebietsforderungen haben in der Vergangenheit zu globalen Kriegen geführt. Doch die Utopien des Verteidigungsministers eines NATO-Partners finden kaum Beachtung bei den anderen Partnerländern.

 

Erdogan nicht ernst zu nehmen, könnte sich rächen, droht der doch selbst seit Jahr und Tag: "Wir haben unsere Grenzen nicht freiwillig akzeptiert und schwadroniert dabei über seine Expansionspläne: "Wir müssen überall sein, wo unsere Ahnen waren." Mit dem angekündigten Rückzug der Amerikaner aus Nordsyrien könnte sich für Erdogan die Tür zur Rückeroberung des Osmanischen Reiches öffnen. Dabei geht es ihm sicher nicht nur um einen kleinen Sicherheitskorridor in Nordsyrien, Erdogan könnte den Mantel der Geschichte wittern, jetzt die Grenzen der Türkei in großem Stil zu verschieben. Im türkischen Internet, in AKP-Foren, aber auch im staatlich kontrollierten Fernsehen werden schon seit längerem Karten gezeigt, die das Land in den Grenzen von 1918 zeigen.

 

Erdogans Expansionsgelüste berühren natürlich europäische Interessen, wie ein Blick nach Zypern zeigt. Dort sucht er den offenen Konflikt mit der EU, ausgerechnet zum 45. Jahrestag der türkischen Invasion auf Nordzypern. Erdogan schickt demonstrativ Militärschiffe an die Insel und startet ein umfangreiches Gasbohrprogramm in Hoheitsgewässern der Insel. Die EU protestiert halbherzig, und Erdogan macht klar: niemand solle bezweifeln, dass die Türkei dasselbe tun würde wie vor 45 Jahren. Der Despot vom Bosporus spielt daneben eine Schlüsselrolle bei der geplanten Islamisierung.

 

Mit seiner Religionsbehörde Diyanet will er Europa (explizit auch Deutschland) planvoll islamisieren. Die „Flüchtlinge“ spielen dabei eine Schlüsselrolle, etwa mit systematischen Moscheebauten, um den „geflüchteten“ Gläubigen in der Fremde "eine Heimat zu schenken". Erdogans Lieblingszitat stammt aus einem Gedicht von Ziya Gökalp: "Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette." Erdogan versteht sich so innen- wie außenpolitisch als religiöser Kulturkämpfer und Schutzpatron der islamistischen Expansion.

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