So lässt sich`s als syrischer „Flüchtling“ leben

In Deutschland auf Staatskosten und in Syrien auf Urlaub am Meer

 

 

So lässt sich´s leben: Als syrischer „Flüchtling“ in Deutschland in der sozialen Hängematte – bezahlt vom deutschen Steuerzahler - und im Urlaub ins sonnige Latakia zurück, wo der feine Sandstrand lockt. Gerade wenn hierzulande die Temperaturen sinken, lassen sich Traumata im milden heimischen Klima besser kurieren. Nach einigen Wochen geht es dann zurück zu den Fleischtöpfen in Deutschland. Dort ist schließlich die Rund-um-Versorgung gesichert. Gibt´s nicht? Doch für einige wohl schon. Deshalb sagt der nicht gerade als Schnell-Merker bekannte Innenminister Seehofer auch: „Wer als syrischer Flüchtling regelmäßig in Syrien Urlaub macht, der kann sich ja nicht ernsthaft darauf berufen, in Syrien verfolgt zu werden".

 

Fast eine Million Syrer sind in den vergangenen Jahren nach Deutschland gekommen – als sogenannte „Flüchtlinge“. Presseberichte hatten es ans Licht gebracht: Es gibt syrische „Flüchtlinge“, die tatsächlich Urlaub machen – in ihrem Heimatland Syrien, in dem sie angeblich verfolgt werden. Und das geht so: Nämlich ziemlich einfach über die Türkei oder den Libanon. Dazu brauchen die Urlaubshungrigen nur ihren syrischen Reisepass oder ein sogenanntes Übergangspapier. Letzteres beantragen und erhalten sie in der syrischen Botschaft in Berlin oder in einem syrischen Konsulat.

 

Dann geht es mit dem Flugzeug in den Libanon. Dort beschaffen Reisevermittler eine „Ausnahmegenehmigung für die Einreise nach Syrien“. Mit dem Bus fahren die Heimaturlauber dann vom Flughafen Beirut über die Grenze nach Syrien. Auch die Rückreise ist simpel: Mit dem syrischen Pass reist man wieder in den Libanon oder in die Türkei. Dort besteigt man dann mit den deutschen Asylpapieren den Flieger zurück nach Deutschland. Es ist schon praktisch, nicht nur einen, sondern zwei Pässe oder Ausweispapiere zu haben. 800 Euro kosten Hin- und Rückreise inklusive aller Bestechungsgelder, fand BILD heraus.

 

Was deutsche Sozialleistungen nicht alles möglich machen. Das Blatt hatte offenbar keine Mühe, Syrer mit Flüchtlingsstatus in Deutschland zu finden, die bereit waren, über ihre Heimaturlaube zu reden. So war etwa eine Syrerin, die derzeit in Bayern lebt, zwei Mal zwei Monate lang daheim in Syrien, um ihre Kinder zu sehen – was ja verständlich ist. Der deutsche Steuerzahler wird aber vermuten: Wahrscheinlich hat sie in diesen Monaten deutsche Sozialleistungen bezogen. Etwa für die Wohnung, die sie natürlich halten wollte. Hier stellen sich weitere interessante Fragen.

 

Offenbar weiß das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) „von den Heimaturlauben“. Zahlen gibt es allerdings nicht. Interessant: Im ersten Halbjahr 2019 hat die Behörde fast 40.000 Entscheidungen über den Widerruf von Asyl- oder Flüchtlingsstatus getroffen, die Syrer betrafen. Das heißt natürlich nicht automatisch, dass es dabei um Urlaubsreisen nach Syrien ging. Syrien ist aber offensichtlich wieder ein attraktives Urlaubsland, jedenfalls für viele Syrer. Denn das Land ist wieder sicherer geworden. Schon im vergangenen März hatte das BAMF seine internen Leitsätze für Syrien dementsprechend aktualisiert: Man könne nicht mehr von einem landesweiten bewaffneten Konflikt ausgehen. Kampfhandlungen gebe es nur noch in wenigen Gebieten.

 

Man beobachte intensiv die Entwicklungen in Syrien, sagt dazu auch Innenminister Seehofer: „Wenn es die Lage erlaubt, werden wir Rückführungen durchführen.“ Hört, hört. Das Phänomen der Heimaturlaube von Flüchtlingen in ihr Heimatland, in dem sie angeblich verfolgt wurden, ist nicht neu. Und betrifft nicht nur Syrer. Die Schweizer Presse berichtet seit Jahren ähnliches von in der Schweiz anerkannten eritreischen Flüchtlingen. Die beantragen in der Schweiz unverdächtige Reise-Erlaubnisse und fliegen dann über den Sudan oder über Äthiopien – nach Eritrea. Offenbar in beachtlich großer Zahl. Viele Eritreer fliegen regelmäßig zurück in das Land, in dem sie ‚an Leib und Leben bedroht‘ sind.

 

Die Neue Zürcher Zeitung am Sonntag deckte schon 2014 auf, dass die eritreische Vertretung in der Schweiz sogar solche Reisen organisierte. Für die Reise benutzen die eritreischen Flüchtlinge dann ihre eritreischen Pässe. Obwohl sie die für das Asylverfahren in der Schweiz angeblich gar nicht hatten. Um Missverständnisse zu vermeiden: Natürlich gibt es viele Syrer, die bei einer Heimreise ins Assad-Land tatsächlich verfolgt werden. Männliche Rückkehrer stehen offenbar grundsätzlich im Verdacht, Regimegegner zu sein. Manche, so wird kolportiert, bleiben unbehelligt, durch Bestechung oder vielleicht auch, weil sie Assad-Getreue waren (und sind), die nur vor dem IS geflohen sind.

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