Vor Libyen - Humanität schlecht gedankt

Migranten kapern Tanker und erzwingen gewaltsame Kursänderung

 

Da darf man gespannt sein, was die deutsche Regierung dazu sagt: Das Tankschiff „El Hiblu 1“ rettet dicht vor der libyschen Küste in der Sechs-Meilen-Zone 108 Migranten, darunter auch Frauen und Kinder, vor dem Ertrinken. Dieser Akt der Humanität wird der Besatzung gleichwohl schlecht gedankt. Als die Migranten hörten, man werde sie sicher nach Libyen zurückbringen (wohin denn sonst?) kaperten sie das Schiff und brachten es gewaltsam unter ihre Kontrolle. Dann zwangen sie den Kapitän, Kurs auf Malta zu nehmen.

 

Ein glatter Fall von Piraterie also. Hier waren keine „Schutzsuchende“ am Werk, sondern schlicht und einfach Kriminelle, die ihre „Reise“ nach Europa gewaltsam erpressen wollten. Versuche, mit dem Kapitän des Tankers Kontakt aufzunehmen, scheiterten zuerst. Da sich das Schiff immer noch in libyschen Gewässern befand, wurde es zunächst von der Küstenwache des nordafrikanischen Landes verfolgt. Die maltesischen Streitkräfte überwachten später die Fahrt des gekaperten Handelsschiffes, das Kurs auf Malta nahm. Malta liegt rund 350 Kilometer von der libyschen Küste entfernt. Der Kapitän konnte später einen Hilferuf absetzen.

 

Die Kidnapper hatten die Rechnung aber ohne die maltesischen Behörden gemacht, die sich auch früher schon nicht erpressen ließen. In den maltesischen Hoheitsgewässern übernahm die maltesische Armee die Kontrolle über das Schiff. Eine maltesische Spezialeinheit brachte den entführten Tanker schließlich in ihre Gewalt und übergab das Kommando wieder an den Kapitän, teilte das Militär mit. Das maltesische Militär erklärte weiter, die Spezialeinheit sei von einem Patrouillen-Schiff, zwei Schnellbooten und einem Hubschrauber unterstützt worden.

 

Sowohl Malta als auch Italien hatten angekündigt, das entführte Schiff nicht in ihre Hoheitsgewässer zu lassen. Und: Sowohl Italien als auch Malta wollen Bootsflüchtlinge nicht aufnehmen, solange es keinen EU-weiten Verteilmechanismus gibt. Italiens konsequentes Vorgehen gegen illegale Zuwanderer und kriminelle Schlepper zeigt Wirkung, während Leute wie Carola Rackete mit ihren „Rettungsaktivitäten“ den kriminellen Schleppern in die Hände arbeiten:

 

Seit dem Sommer 2018 ist die Zahl der Migranten, die von Libyen nach Italien kamen, signifikant zurückgegangen. 2016 wurde laut Angaben des Uno-Flüchtlingshilfswerks ein Höhepunkt von 181.000 Menschen gezählt, die übers Meer in Italien ankamen. 4.578 sind bei dem Versuch ertrunken. Zwei Jahre später waren es noch 23.370 Angekommene und 1.311 Tote. In diesem Jahr schafften es bisher nur 2.447 Illegale nach Italien, und 341 Menschen haben den riskanten Versuch im zentralen Mittelmeer mit ihrem Leben bezahlt. Drei Rädelsführer der Entführung der „El Hiblu 1“ werden jetzt in Malta angeklagt. Ihnen drohen höhere Haftstrafen.

 

Nach diesem Vorfall stellen wir der Bundesregierung jetzt die Frage, ob sie Zusammenhänge sieht zwischen ihrer Flüchtlingspolitik und der Bereitschaft der Migranten, durch Straftaten - wie der gewaltsamen Übernahme eines Schiffes - in den europäischen Binnenraum zu gelangen. Außerdem will die AfD-Bundestagsfraktion wissen, ob die Bundesregierung Kenntnis über den Gesundheitszustand der auf dem Tanker aufgegriffenen 108 nicht zur Besatzung gehörenden Personen hat und ob sie beabsichtigt, diesen Personen die Einreise nach Deutschland zu ermöglichen. Dies käme einem neuerlichen Einladungs-Symbol gleich. Eine Antwort steht noch aus, man darf gespannt sein….

 

 

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